Theater: Lady Windermeres Fächer 2011

LadyWindermeresFaecher

Die Theatergruppe des Stiftischen Humanistischen Gymnasiums führt am 07., 08. und 12. April jeweils um 20.00 Uhr in der Aula der Schule die Komödie „Lady Windermeres Fächer“ von Oscar Wilde aus dem Jahre 1891 auf.

 

Zum Inhalt: Ausgerechnet an ihrem 21. Geburtstag erfährt Lady Windermere, eine ehrbare Dame der Londoner Oberschicht, Puritanerin durch und durch und nicht zu Kompromissen bereit, dass ihr Ehemann mit Mrs. Erlynne, einer Frau fragwürdiger Herkunft, ein Verhältnis haben soll.  Zur Rede gestellt, beteuert dieser zwar seine Unschuld, aber besteht merkwürdigerweise darauf, sie gegen den Willen seiner Frau zur Geburtstagsparty einzuladen. Als Mrs. Erlynne dann tatsächlich erscheint, fühlt sich Lady Windermere in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigt und es kommt zum Eklat. Überstürzt hinterlässt sie ihrem Mann einen Abschiedsbrief und verlässt ihr eigenes Geburtstagsfest,  um sich entgegen ihrer strengen moralischen Überzeugungen dem aristokratischen Verführer Lord Darlington, der ihr gerade seine Liebe gestanden hat, in die Arme zu werfen. Doch der ist nicht zu Hause. Stattdessen erscheint plötzlich Mrs. Erlynne in seiner Wohnung und nur wenige Augenblicke später hören beide, dass sich draußen eine laute Männerrunde nähert, zu der auch der Ehemann Lord Windermere gehört. In panischer Angst davor, in der Wohnung eines anderen Mannes überrascht zu werden, verbirgt sich Lady Windermere hinter einem Vorhang, als plötzlich ausgerechnet Mrs. Erlynne das Heft des Handelns in die Hand nimmt und sich der schwierigen Situation auf unerwartete Weise stellt.

 

Natürlich ist diese Komödie, die Frank Harris „für die beste [...] in englischer Sprache“  oder zumindest für „die geistreichste“ hält, und zu deren Bewunderern auch Bernard Shaw zählte, nicht nur unterhaltsam, ein Feuerwerk geschliffener Dialoge und eines schier unerschöpflichen Wortwitzes, sondern gleichzeitig auch Kritik an der Gesellschaft der Jahrhundertwende, am Gegensatz zwischen Sein und Schein. Auch hier stellt Wilde also die verlogene Moral seiner Zeit in ihrer ganzen Absurdität bloß. Die in den Augen der Gesellschaft ehrlose Frau, Mrs. Erlynne, verhält sich moralisch absolut integer, die in der Gesellschaft geachtete und über jeden Zweifel erhabene, ehrbare Lady Windermere gerät dagegen trotz oder gerade wegen ihrer übertrieben engstirnigen puritanischen Vorstellungen fast auf die schiefe Bahn, erkennt dadurch aber am Ende, dass es „absurd“ ist, „die Menschheit in Gut und Böse aufteilen zu wollen“, wie es die Gesellschaft will, weil „Gut und Böse, Schuld und Unschuld [...] Hand in Hand“ gehen.

Im Vorverkauf sind die Karten an der Schule über das Sekretariat (02161 - 823 6070) zu erhalten.