Auf den ersten Platz geblubbert

ImageBei dem Physik-Wettbewerb „FreeStyle Physics" haben die vier Huma-Schüler Fabian Seidler, Moritz Scheer, Tim Poelma und Lukas-Adrian Jurk 900 Konkurrenten abgehängt. Für ihr selbstgebautes Ü-Boot kletterten sie aufs Siegertreppchen. Ihre Ferien können Fabian Seidler (14), Moritz Scheer (14), Tim Poelma (14) und Lukas-Adrian Jurk entspannt genießen. Nicht nur, dass sie ganz glatt durch ihr Schuljahr gekommen sind. Zum Ende gab es für die Huma-Schüller noch ein Sahnehäupchen obendrauf: Bei der Freestyle-Physics, einem Schülerwettbewerb in Physik, hat sich das Quartett gegen 900 Konkurrenten durchgesetzt und den ersten Preis gewonnen. Mit einem selbst konstruierten Tauchboot.

Hohlraum geätzt

Es klingt einfach: Ein Tauchboot sollte selbstständig untergehen und nach ein bis drei Minuten der selbstständig auftauchen. Was U-Boote halt so machen.
Knifflig wurde es bei den Details. Denn die vier Schüler durften keine Fernsteuerung oder U-Boot-Modelle benutzen und mit Brausetabletten, die dem Boot hätten Auftrieb geben können, durfte ebenfalls nicht gearbeitet werden. Im Februar hat sich das Quartett zum ersten Mal getroffen, um gemeinsam zu überlegen, mit welcher Methode das Boot sinkt und wieder aufsteigt. Die vier Nachwuchsphysiker entschieden sich für eine Zwei-Tank-Konstruktion. Dabeidringt Wasser in den unteren, leeren Tank, ein und drückt die Luft über einen Schlauch aus dem Boot. Das Boot wirdschwerer und es sinkt. Damit das Boot wieder aufsteigt, entweicht aus einem zwei¬ten, dem Überdruck-Lufttank, die Luft in den ersten Tank und drückt das Wasser wieder heraus. Das immer leichter werdende Boot taucht wieder auf. Gesteuert wird das System per Zeitschaltuhr über ein Dreiwegeventil. Ganz systematisch gingen Fabian, Moritz, Tim und Lukas-Adrian an ihre Aufgabe. Weil Fabian und Moritz in ihrer Freizeit Schiffsmodelle bauen, haben sie sich um dieKonstruktion des Tauchbootes gekümmert. Im elterlichen Bastellkeller schliffen sie dafür den Rümpf aus Styropor,einem speziellen Schaumstoff, und ätzten einen Hohlraum aus. Damit das Boot tauchtauglich wurde, überzogen siees mit glasfaserverstärktem Kunststoff: „Das macht den Rumpf widerstandsfähig“, erklärt Lukas-Adrian. „Eine Technik,die auch bei Segeljachten verwendet wird." Der 16-Jährige war der Chefdesigner der Truppe. Nachdem das Boot abgedichtet, gespachtelt und geschliffen war, gaben Lukas-Adrian und Tim ihm die richtige Farbe. Währenddessen tüftelten Fabian und Moritz an der Technik. EineZeitschaltuhr musste her, die das Ventil nach zweieinhalb Minuten umschaltete. Die Lötarbeiten hat Chef-Konstrukteur Fabian übernommen. „Damit das Boot richtig liegt haben wir getestet, wie viel Bleikugeln das Boot in Position halten",erklärt Fabian. Das war etwas knifflig, weil sie genau die Menge bestimmen mussten, mit der das Boot gerade noch an der Wasseroberfläche schwimmt, aber auf Wunsch auch untergeht. Mit einer Riesenblase eröffneten die vier Schüler den Wettbewerb: Damit ihr Boot auch wirklich aufsteigt, pumpten die vier extra viel Luft in den Überdrucktank. Mit mächtigem Blubbern tauchte das Boot in einer großen Blase auf. Experiment gelungen.
 

So geht es weiter

Preis Für den ersten Platz haben Fabian, Moritz, Tim und Lukas-Adrian einen Buchgutschein über 300 Euro bekommenen. Vorhaben Im nächsten Jahr wollen Fabian, Moritz und Tim wieder an dem Wettbewerb teilnehmen. Lukas-Adrian steigt aus, er geht für ein Jahr nach den Sommerferien in die USA.
 
Quelle: Garnet Manecke, RP vom 8. Juni 2009